„Amnesia: Rebirth“ schafft den Sprung auf die Switch 2

Screenshot aus "Amnesia: Rebirth" / Copyright: Abylight

„Amnesia: Rebirth“ kam im Oktober 2020 als Survival-Horror für PC und PlayStation auf den Markt. Inzwischen hat das Spiel auch die Nintendo Switch 2 erreicht – und nutzt die neue Hardware spürbar aus: Die Kulissen wirken dichter, im Hintergrund passiert mehr, und insgesamt sieht alles eine Spur feiner ausgearbeitet aus als zuvor. Doch der Reihe nach.

„Rebirth“ ist chronologisch der dritte große Serieneintrag nach „The Dark Descent“ (2010) und „A Machine for Pigs“ (2013) – und zugleich Frictional Games’ spürbare Rückkehr zu dem Survival-Horror-Gefühl, das die Marke ursprünglich geprägt hat. Denn während „A Machine for Pigs“ zwar im selben Kosmos spielt, aber von einem anderen Studio entwickelt wurde und stärker auf lineare Erzählführung setzt, übernahm bei „Rebirth“ wieder Frictional selbst das Steuer.

Die Geschichte

„Rebirth“ spielt im Jahre 1937 und der Spieler schlüpft in die Rolle von Anastasie Trianon. Sie ist unterwegs als Teil einer Expedition als ihr Flugzeug in Algerien abstürzt. Als sie wieder zu sich kommt, fehlt vom Rest der Crew jede Spur. Über eine Art Radio läuft lediglich eine Durchsage vom Arzt der Gruppe, so hat die Protagonistin eine vage Idee davon, wohin sie gehen soll. Damit beginnt ihre Geschichte.

Nach und nach hangelt man sich in der First-Person-Perspektive von einer Ecke der Geschichte zur nächsten, immer anhand von Notizen oder auch zurückkehrenden Erinnerungen. Zudem findet man immer wieder verschiedene Items, die mehr und mehr zur Geschichte beitragen und im wahrsten Sinne Licht ins Dunkeln bringen – und das liegt nicht nur an den Streichhölzern, die man findet. An dieser Stelle spielt das Spiel hervorragend mit der Angst vor der Dunkelheit – die Auswirkungen auf die Handlungsfähigkeit der Protagonistin hat. Denn wenn es zu dunkel ist, verfällt sie in Panik.

Keine Fortsetzung, sondern Teil des Amnesia-Lores

„Rebirth“ folgt „The Dark Descent“ ist aber keine wirkliche Fortsetzung. Stattdessen erzählt es ein eigenständiges Kapitel, das klar im Amnesia-Universum verankert ist und die Mythologie der Reihe weiter verdichtet. Wer den Vorgänger jedoch kennt, wird bestimmte Motive und Lore-Verbindungen wiedererkennen; wer neu einsteigt, muss dieses Vorwissen aber nicht zwingend mitbringen, um der Handlung folgen zu können.

Von der Playstation zur Switch

Zwischen den Releases auf der Playstation und der Switch sind einige Jahre vergangen – und das sieht man. Während es vorher hier und da schon mal hakte, läuft das Game nun viel flüssiger aufgrund der stabileren Bildrate. Gleichzeitig verschwimmen Hintergründe nicht mehr so sehr wie zuvor, das Bild ist allgemein schärfer, das steigert auch den Horrorfaktor. Es fühlt sich alles noch unangenehmer, wenn man durch die Dunkelheit schreitet. Auch die Ladezeiten zwischendurch sind kein Problem mehr.

Was gleich bleibt, ist jedoch die Grundstruktur des Spiels: Der Spieler erkundet eine düstere Welt, löst Rätsel und wehrt sich vor allem durch Verstecken und Ausweichen statt durch Kampf. Der Kern des Erlebnisses bleibt also atmosphärischer Horror, nur auf der Switch 2 komfortabler spielbar.