„Constance“ im Test – eine gemalte persönliche Reise

Screenshot aus dem Spiel "Constance"

Constance ist mehr als nur ein weiteres 2D-Action-Adventure in der Tradition von Hollow Knight (auch wenn es beinahe zeitgleich mit „Silksong“ erschienen wäre) – es ist eine ungewöhnlich persönliche Reise in die Innenwelt einer Künstlerin, die mit Burnout, Depressionen und kreativer Erschöpfung kämpft. Das Berliner Studio Blue Backpack Games hat hier ein handgezeichnetes Meisterwerk geschaffen, das nicht nur durch seine Optik überzeugt, sondern auch durch seine mutige Entscheidung, psychische Gesundheit nicht nur als Narrativ, sondern als integralen Bestandteil des Spiels an sich zu behandeln.

Die Geschichte


Doch worum geht es eigentlich genau? Die namensgebende Protagonistin Constance erwacht in einer fremden Welt, die sowohl schön als auch bedrohlich wird. In dieser Welt versucht sie einen Weg nach Hause zu finden. Ihr einziges Werkzeug: ein Pinsel, der sowohl als Waffe im Kampf als auch der Fortbewegung dient. Mit ihm kann sie durch Wände tauchen, Gegner bekämpfen und im weiteren Verlauf Techniken freischalten.

Zudem trifft sie in der rätselhaften Welt immer wieder auf Gefährten, die ihr nützliche Tipps geben, wie etwa auf den Händler Quip, der ihr rät, die Stadt Cormeum aufzusuchen.

Und so geht es immer weiter voran. Dabei balanciert das Spiel immer wieder zwischen durchaus vorhandener Action sowie Erzählparts. Die Geschichte entfaltet sich nach und nach. Wirkt sie am Anfang noch etwas wirr, erfährt man Stück für Stück mehr. So kommen auch Themen wie Einsamkeit, überhöhte Erwartungen und die Suche nach dem eigenen Platz in der Welt zum Tragen. Und das alles mit einem einzigen Pinselwisch.

Verzwickte Bosskämpfe und eine tolle Optik

Auch Bosskämpfe beinhaltet das Spiel. Dabei gilt: Versuch macht klug. Nicht immer (oder sogar selten) gelingen diese im ersten Versuch. Das macht aber nichts. Geduld ist in dem Falle eine Tugend. Das zeigt sich auch an diversen anderen Stellen. Manche Abschnitte sind kinderleicht zu bewältigen, andere hingegen sind bockschwer. In diesen Phasen wirkt das ansonsten sehr schöne Spiel zwischendurch etwas unausbalanciert.

Optisch überzeugt Constance auf ganzer Linie. Die Liebe zum Detail, die handgezeichnete Grafik – all das macht Lust auf mehr. Mit der Kombi viel Herzblut und schwierigen Themen, die einfühlsam verpackt sind, ist es ein Spiel, das jeder mal gespielt haben sollte.