Hilfe, der Xenomorph ist zurück – so gruselig ist Alien: Isolation 2

Screenshot aus dem Spiel "Alien:Isolation 2". TM & Copyright: 20th Century Studios

Zwölf Jahre nach dem ersten Teil kehrt der berühmt-berüchtigte Xenomorph zurück – und Alien: Isolation 2 macht schon in seiner rund halbstündigen Demo auf der Gamescom 2026 deutlich, dass der Entwickler Creative Assembly nicht vorhat, in Sachen Schrecken nachzulassen. Im Gegenteil: Die Fortsetzung setzt erneut auf Orientierungslosigkeit, Dunkelheit, akustische Anspannung und eine Bedrohung, der man nicht einfach mit genügend Munition beikommt.

Der Auftakt führt in eine Umgebung, die zunächst kaum etwas mit den engen Korridoren der Sevastopol-Station gemein hat. Nach dem Absturz eines Rovers sitzen wir mit unserem Erkundungsteam in einem abgelegenen Wald fest. Die Umgebung ist unwirtlich, es schüttet, Blitze zucken am Horizont. Ein Wind weht dabei. Und schon in den ersten Minuten macht sich das Gefühl breit, das man hier auf keinen Fall sein sollte – obwohl noch nichts passiert ist. Während ein Teil der Begleiter zunächst beim beschädigten Fahrzeug zurückbleiben, begeben wir uns in der Rolle der Protagonistin Blake auf die Suche nach einem Ausweg – und lernen dabei noch fix die Steuerung: Ducken und Kriechen sowie die Nutzung einer Taschenlampe (aber Achtung, die Batterie verbraucht sich und muss erst wieder aufladen).

Die Waldpassage zeigt, dass der Horror diesmal nicht ausschließlich aus Metall, Dampf und flackernden Leuchtstoffröhren besteht. Regen prasselt auf die Umgebung, Blitze zerreißen kurz die Dunkelheit und Geräusche verlieren sich zwischen Bäumen und Felsen. Die Natur wirkt nicht wie ein Ausweg, sondern wie ein weiterer Raum, in dem man die Orientierung verlieren kann.

Bemerkenswert ist dabei, wie wenig das Spiel seine Spieler an die Hand nimmt. Es gibt weder eine Lebensanzeige, noch eine Karte nach der man sich richten kann. Zwar ist der Weg relativ linear, trotzdem hat man das Gefühl sich zu verlaufen, so beklemmend und bedrohlich ist die Kulisse.

Gerade dadurch entsteht ein glaubwürdiges Gefühl des Ausgeliefertseins. Die Figur bewegt sich nicht wie eine Heldin auf dem Weg zum nächsten Missionsziel, sondern wie ein gestrandeter Mensch, der sich unter widrigen Bedingungen irgendwie durchschlagen muss. Alien: Isolation 2 vertraut darauf, dass Unsicherheit intensiver sein kann als jede künstlich gesetzte Schrecksekunde.

Im Laufe der Erkundung auf dem fremden Planeten stößt Blake nach geraumer Zeit auf ein abgestürztes Raumschiff. Schnell möchte man da sagen: Bloß weg! Doch diese Option gibt es leider nicht. Vielmehr fassen wir den Entschluss das Raumschiff zu untersuchen und nach Überlebenden zu schauen – im Hinterkopf immer, was für ein Spiel wir da gerade spielen.

Im Raumschiff geht es zunächst darum Schrott und Elektronik-Teile zusammen, um die Stromzufuhr zu reparieren. Während wir also nach Komponenten suchen, versuchen wir so wenig Lärm wie möglich zu machen. Der Vorgänger Alien: Isolation hat zu sehr geprägt.

Der Xenomorph sagt „Hallo“

Und natürlich ist man nicht allein. Sobald der Xenomorph auftaucht, wird aus der ganzen Geschichte ein Katz-und-Maus-Spiel. Die Kreatur ist kein gewöhnlicher Gegner, den man analysiert, dessen Angriffsmuster man auswendig lernt und anschließend zuverlässig besiegt. Sie ist eine Präsenz, die jeden Raum neu bewertet. Ein Versteck bedeutet nicht automatisch Sicherheit, und ein kurzer Moment der Unachtsamkeit kann den gesamten Fortschritt zunichtemachen. In der Demo überraschend war an dieser Stelle auch das relativ frühe Auftauchen des Aliens. Alien: Isolation 2 fackelt da nicht allzu lange.

Screenshot aus dem Spiel "Alien:Isolation 2".  TM & Copyright: 20th Century Studios
Screenshot aus dem Spiel „Alien:Isolation 2“. TM & Copyright: 20th Century Studios/ Credit: Creative Assembly / SEGA

Wie aber im Vorgänger ist das Entscheidende dabei nicht allein die Geschwindigkeit des Aliens, sondern die Erwartung, entdeckt werden zu können. Ein Geräusch im Lüftungsschacht, ein Schatten am Ende des Gangs oder ein unerwarteter Bewegungsablauf reichen aus, um aus vorsichtiger Neugier blanke Panik zu machen. Selbst der Rückweg, den man eben noch für bekannt hielt, fühlt sich plötzlich fremd an. Ein Blutfleck am Boden kann dabei mehr erzählen als ein langer Dialog: Hier ist etwas passiert – und vielleicht wartet dasselbe Schicksal bereits hinter der nächsten Tür.

Also heißt es erstmal: Beobachten, warten, schleichen – und hoffen. Das Problem ist nämlich, dass das Alien lernfähig ist. Was bei Fluchtversuch eins vielleicht geholfen hat, erweist sich beim zweiten Mal gegebenenfalls als irrtümlich. Als Ablenkung kann man es immer mal wieder mit Wurfobjekten versuchen, um den Xenomorph zumindest kurzfristig auf eine falsche Fährte zu locken. Wie es am Ende um meine Flucht bestellt ist, bleibt offen.

Fazit

Alien: Isolation 2 fühlt sich schon jetzt wie eine konsequente Rückkehr zu den größten Stärken des Vorgängers an. Die Fortsetzung setzt auf beklemmende Schauplätze, eine sparsame Benutzerführung und einen Xenomorph, der nicht besiegt, sondern überlebt werden muss. Besonders vielversprechend ist, dass der Horror nicht auf das Raumschiff begrenzt bleibt: Bereits der verregnete Wald erzeugt ein Gefühl der Isolation, bevor der eigentliche Albtraum überhaupt sichtbar wird.