Vergangene Woche fand die Gamescom in Köln statt. Dort konnten wir einige Spiele anspielen. Das waren unsere Highlights.
Silent Hill: Townfall

Das neueste Kapitel der Horror-Reihe spielt im Jahr 1996 in der nebligen schottischen Küstenstadt St. Amelia – und setzt erstmals konsequent auf die Ego-Perspektive, was die Atmosphäre noch intensiver und bedrohlicher macht. Als Simon Ordell folgt man der Stimme der Krankenschwester Zoe, die über einen tragbaren CRTV-Fernseher spricht, und muss sich mit rätselhaften Hinweisen und alptraumhaften Kreaturen auseinandersetzen. In der Business Area konnte man in die ersten 90 Minuten des Spiels reinspielen. So war es.
Control: Resonant
Wer auf der Gamescom einen Blick auf „Control: Resonant“ erhaschen wollte musste vor allem Geduld mitbringen. Bereits am Fachbesucher-Tag bildeten sich vor dem Stand von Level Infinite in Halle 6 lange Schlangen – mit Wartezeiten von bis zu vier Stunden. Wer es endlich schaffte, konnte in das neue Action-RPG von Remedy Entertainment eintauchen und ein verzerrtes Manhattan erkunden und dabei die übernatürlichen Kräfte von Protagonist Dylan Faden nutzen.
Neu im Vergleich zum Vorgänger: Das Kampfsystem setzt vermehrt auf aggressive Nahkämpfe mit einer formverändernden Waffe namens „Aberrant“. Dylans Verteidigungsmöglichkeiten sind reduziert – Parieren gibt es nicht. Eine neue Fähigkeit namens „Shift“ erlaubt es, Gravitationsanomalien zu nutzen, an Wänden zu laufen und durch Risse im Stadtgefüge zu gleiten. Zwischen den Zonen kann man Dylans Fähigkeiten und Talente neu konfigurieren, um sie an die jeweilige Herausforderung anzupassen.
Onimusha: Way of the Sword
Schon im vergangenen Jahr war Capcom mit „Onimusha: Way of the Sword“ auf der Gamescom vertreten. Nun gibt es neue Einblicke in das Spiel. Als Samurai Miyamoto Musashi bekämpft man mit einem magischen Handschuh Dämonen im düsteren Kyoto. Der Stand historisch gestaltet und bietet intensive Bosskämpfe zum Ausprobieren. Das Kampfsystem ist taktisch aufgebaut: Man liest die Angriffs cues der Gegner, entscheidet dann je nachdem, ob man pariert, eine Art besonderes Ausweichen verwendet oder den Gegner anders bricht. Wer das richtige Timing hat, kann gute Konter setzen. Besiegte Dämonen hinterlassen Seelen, die die Oni-Kräfte aufladen. Ein Muss für Fans der Reihe.
The Blood of Dawnwalker
Ein erster Blick auf „The Blood of Dawnwalker“ lässt sofort erkennen, woher das Game kommt, hat es doch phasenweise Ähnlichkeit mit der Witcher Reihe von CD Projekt Red. Und diese Ähnlichkeit in Optik und Erzählweise kommt nicht von ungefähr, denn es arbeiten ehemalige CD Projekt Red Mitarbeiter daran.
Doch wovon handelt das Spiel? Auf der Gamescom konnten wir 45 Minuten reinspielen. Blood of Dawnwalker spielt im 14. Jahrhundert in einem fiktiven, von Vampiren beherrschten Königreich namens Vale Sangora. Diese liegt, wie es für ein Vampirspiel angemessen ist (Graf Dracula lässt grüßen) irgendwo in den Karpaten. Der Spieler schlüpft in die Rolle des jungen Mannes Coen, der durch ein grausames Schicksal zum sogenannten Dawnwalker wird – einer seltenen Hybrid-Existenz, die tagsüber als Mensch und nachts als Vampir lebt.
Zu Beginn wird das Land von der Pest heimgesucht. Der Vampirlord Brencis nutzt das Elend und das Chaos, das aus der Seuche hervorgeht, um die Macht an sich zu reißen. Der Bevölkerung winkt die Heilung durch Vampirblut. Klingt doch eigentlich gut – oder? Brencis entpuppt sich jedoch als Raffzahn im wahrsten Sinne – denn die Bewohner der Welt sind auf ihn angewiesen. Damit sie nicht sterben, müssen sie eine Art Blutzoll darbringen. Das passt unserem Protagonisten jedoch ganz und gar nicht – er lehnt sich auf und muss einen hohen Preis dafür zahlen. Während er selbst zum Vampir wird, wird seine Familie entführt. Hier setzt auch der Clou des Spiels ein: Der Spieler hat 30 In-Game-Tage Zeit, um die Familie zu retten. Allerdings vergeht die Zeit im Spiel nicht in Echtzeit. In der Demo konnte man bereits einen kurzen Einblick erhalten, wie das funktioniert. Und zwar gibt es ähnlich wie beim Witcher und anderen RPGs Quests. Und je nach Quest vergehen Zeitbalken. Auch Dialogoptionen mit Charakteren können Zeit kosten. In der Demo auf der Gamescom wurden die Zeitspannen, die vergehen, vorab angezeigt und so konnte man immer wählen. Ob das über das ganze Spiel so sein wird, wird sich zeigen. Es ist allerdings ein interessanter Aspekt.
Witcher 3: Wild Hunt – DLC Songs of the Past
CD Projekt Red hat auf der Gamescom 2026 ein gut einstündiges Showcase zum Witcher-DLC „Songs of the Past“ präsentiert.
Die Handlung führt unseren allseits beliebten, grummeligen Witcher Geralt von Riva in die bisher unbekannte Region Letten, deren Landschaftsgestaltung sich an Vorbildern aus Polen und England orientiert. In dem Showcase begleiteten wir Geralt auf seiner Suche nach seinem Begleiter, dem Barden Dandelion (Rittersporn bzw. Jaskier). Der musste wegen eines Trauerfalls zurück zu seiner Familie in die Heimat. Doch Geralt wird von finsteren Träumen geplagt – er träumt von einem Brunnen und Dornen – und von Dandelion, der um Hilfe ruft.
So macht sich der Hexer auf den Weg zu Dandelions Familie. Diese scheint – bis auf dessen Cousine Lilla – wenig besorgt zu sein. Gemeinsam mit Lilla macht sich Geralt auf die Suche – Monsterjagden inklusive.
Neben der erzählerischen Tiefe setzt CD Projekt Red auch bei der Technik nach. Die optimierte Remastered-Version bietet unter anderem überarbeitete Beleuchtungseffekte. Generell fällt in der Demo auf, dass das Spiel von Licht und Schatten viel geschmeidiger daherkommt und dem Spiel einen mythischen-märchenhaften Glanz verleiht.
Auch das Kampfsystem erfährt spürbare Überarbeitungen: So wurde unter anderem das Targeting angepasst. Damit gehen die Kämpfe leichter von der Hand. Außerdem bekommt Geralt eine neue Waffe – eine Art schwere Kette, die er blitzschnell nach vorne werfen kann und damit Gegner quasi umschlingt. Einziges Manko bisher: die Ladezeiten zwischen Spielszenen und Cutscenes wirkten teilweise noch etwas lang. Dennoch: das Showcase hat Lust auf mehr gemacht.
Alien: Isolation 2

Zwölf Jahre nach dem Vorgänger kehrt der Survival-Horror-Klassiker zurück – und das mit einem lautstarken Auftritt am Sega-Stand in Halle 7. Besucher können den Prolog spielen und sich auf jede Menge Gänsehaut gefasst machen. Das Spiel setzt erneut auf einen Xenomorph, der sich an das Verhalten der Spieler anpasst und aus früheren Fehlern lernt. Die Atmosphäre ist noch dichter geworden, mit verbesserter Beleuchtung und schaurig-schönem Sounddesign. Mehr dazu lest ihr hier.
Castlevania: Belmont’s Curse
Neben dem bereits erwähnten Silent Hill: Townfall hatte Konami in diesem Jahr einen weiteren Teil einer Spielereihe mit im Gepäck – Castlevania: Belmont’s Curse. Im Zentrum steht Rose Belmont, die Tochter von Trevor Belmont, die sich durch das von Monstern überrannte Paris im Jahr 1499 kämpfen muss. Nicht fehlen darf dabei die Peitsche „Vampirkiller“.

Nach und nach kämpft man sich in diesem 2D-Abenteuer zunächst durch die Kanalisation. Dabei sammelt man reichlich an Erfahrung und schaltet so Fähigkeiten frei. Diese wiederum helfen einen dabei neue Bereiche zu erkunden. Vor allem nach den ersten Bosskampf eröffnet sich die Welt so richtig – immer neue Wege werden frei, auf denen neue Gefahren lauern.
Wer in diesem scheinbaren Labyrinth den Überblick verliert, der kann mithilfe von Kartenmarkierungen sich selbst Hinweise auf Orte geben, die bei einem ersten Versuch noch nicht zugänglich waren.
Das Gute an der Geschichte – sie ist für jeden Gamertyp, egal ob Einsteiger oder Vollprofi. Über die verschiedensten Einstellungen im Menü kann man sich das Spiel zurechtzurren. Wer also nur Bock auf eine tolle Story in einem fantastischen, knalligbunten fast schon psychedelischen Look und sattem Sounddesign hat, der kann unter anderem einstellen, dass man nicht stirbt.
